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Home Alltag der Römer
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Haus und Heim.

ALLGEMEIN
Viele Römer wohnten in engen, dunklen Wohnblöcken, die Insulae genannt wurden. Die wohlhabenderen Römer konnten sich Einfamilienhäuser leisten, die Domus genannt wurden. Diese verfügten meist über ein Atrium, eine offene Halle mit einem Becken zum sammeln von Regenwasser, das zur Kühlung des Hauses diente. Dort befand sich auch das Lararium, der Hausaltar der Familie. Die meisten Häuser waren klein, hatten aber mehrere Schlafzimmer, einen Speiseraum und eventuell ein Arbeitszimmer.

BIBLIOTHEK
Reiche Römer konnten ihren Reichtum mit üppigen Banketts und vielen Sklaven zur Schau stellen. Eine kultivierte reiche, römische Familie verfügte oft über eine eigene Bibliothek mit umfangreicher lateinischer und griechischer Literatur. Gebildete Leute besassen Bücher von berühmten römischen Schriftstellern wie Vergil, Horaz und Tacitus.

HAUSHALTSWAREN
Die Römer verwendeten Tonwaren um Speisen zuzubereiten oder zu lagern. Sie hatten Messer, Schüsseln, Siebe und Becher aus Bronze oder Eisen. Die Römer benutzten ebenfalls Glasgefäße, weil sie gelernt hatten, das Glas zu blasen und nicht zu gießen. Die reichen Römer ließen sich Gold und Silberstreifen in das Glas einarbeiten.

SANITÄRE ANLAGEN
Pro Tag wurden Millionen Liter Wasser über Aquädukte nach Rom geleitet, aber nur wenige Menschen hatten sanitäre Anlagen im Haus. Gewöhnlich gehörten private Bäder, wie sie zum Beispiel in Pompeji gefunden wurden, den Reichen. Lebte man in einem Wohnblock musste man die öffentlichen Bäder und Toiletten benutzen und holte sich das Wasser vom Brunnen in der Nachbarschaft . Damals gab es noch kein Toilettenpapier , man benutzte statt dessen die linke Hand.
Wenn man selbst ein Bad besaß ging man wahrscheinlich trotzdem öfters in die öffentlichen Bäder, denn dort traf man Bekannte, konnte Verhandlungen führen und entspannen. Manche Kaiser erließen an manchen Tagen die Eintrittspreise der Bäder um sich beliebter zu machen.

WANDMALEREIEN
Die schönen Wandmalereien in den Häusern der Oberschicht dienten nicht nur der Zierde. Die Malereien von Gärten und Landschaften ließen kleinere Räume größer erscheinen. Manche ließen sich mythologische Zeichnungen oder Portraits von berühmten Vorfahren an die Wände malen. Einige Häuser hatten auch wunderschöne Fußböden. Meisterhafte Handwerker fertigten komplizierte Muster und Bilder aus kleinen bunten Steinstückchen.

KOSMETIK
Viele Frauen besaßen Kosmetika die ihnen den in Rom so beliebten hellen Teint verlieh. Sie benutzten Lippenstifte, Rouge und Lidschatten um sich attraktiver erscheinen zu lassen. Auch die Frisur war wichtig. Die Frauen ließen sich von Sklaven oft stundenlang Locken und Hochfrisuren kreiren. Besonders beliebt waren Perücken aus blondem oder rotem Haar, das man zuvor den barbarischen Gefangenen abgeschnitten hatte. Auch Männer legten Wert auf ihr Äußeres, obwohl es als unmännlich galt, zuviel Zeit seinem Äußeren zu widmen. Zum Besuch eines römischen Barbiers gehörte Mut, weil der Bart mit stumpfen Klingen abgeschabt wurde, ohne dass Rasierlotion oder Öl verwendet wurde.

BELEUCHTUNG
Im antiken Rom verließ fast niemand das Haus nach Sonnenuntergang, außer Reiche die sich zu ihrem Schutz von vielen Sklaven begleiten ließen und Diebe. Da es keine Straßenbeleuchtung gab, war eine Stadt wie Rom dunkel und gefährlich. Auch abends zu Hause blieben die Römer nach Sonnenuntergang nicht lange auf. Sie verfügten nur über wenige Lampen ( Öllampen) die mit Olivenöl brannten, und ein paar Kerzen aus Tierfett. Beide gaben nur wenig Licht. Außerdem konnten diese Lampen und Kerzen in den überfüllten und engen Wohnblocks leicht Feuer auslösen.

 

 

Aufwachsen in Rom.

ALLGEMEIN
Selbst in der strengen römischen Gesellschaft durften sich die Kinder einige Jahre mit Puppen, Holztieren und anderem Spielzeug die Zeit vertreiben. Bald jedoch mussten sie sich auf ihr späteres Leben vorbereiten. In Rom gingen die Kinder zumindest für einige Jahre zur Schule. Die Mädchen verließen die Schule im allgemeinen mit zwölf und wurden verheiratet. Die Jungen setzten ihre Ausbildung unter der strengen Aufsicht der Lehrer und Väter fort. Die Ärmeren unter ihnen mussten jedoch arbeiten, sobald sie dazu in der Lage waren.

SPIELZEUG UND SPIELE
Wie alle Kinder an jedem Ort und zu jeder Zeit liebten die römischen Kinder Spielzeug und Spiele. Sie spielten mit Murmeln, Puppen, Holztieren und Bällen. Spielzeug- Streitwagen müssen besonders teuer gewesen sein. Die beiden beliebtesten Brettspiele in Rom waren der "Kleine Räuber" , ein Spiel ähnlich dem Schach und "Zwölf Linien", das viel mit dem heutigen Backgammon gemeinsam hatte. Die Kinder müssen ihr Spielzeug sehr geliebt haben, denn bei ihrem Tod wurden sie oft mit ihren Spielsachen bestattet. Man könnte denken, dass das Spielzeug der damaligen Zeit völlig ungefährlich war. Dem ist nicht so, denn einiges davon wurde aus Blei gefertigt, das wie man heute weiß, sehr giftig ist.

DIE SCHULE
Die meisten Jungen und Mädchen gingen mit dem 7. Lebensjahr in die Schule. Der Unterricht begann bei Tagesanbruch. Die Schüler verbrachten viele Stunden mit Diktaten und Literaturbesprechungen und mit Versuch, den Schlägen des Lehrers auszuweichen. Die meisten Mädchen verließen die Schule sobald sie die Grundlagen des Lesens und Schreibens erlernt hatten. Sie blieben dann zu Hause und lernten Kochen und Nähen, um gute Hausfrauen und Mütter zu werden. Die Väter achteten immer darauf, dass ihre Söhne die beiden wichtigsten Fähigkeiten eines Römers erlernten: das Führen der Waffen und die Kunst der öffentlichen Rede. Manche Knaben hatten das Glück, ihre Ausbildung mit dem Studium der Rechte fortsetzen zu können, um dann einem Senator oder anderen Regierungsbeamten zur Seite zu stehen.
Andere lernten bei einem "grammaticus", einem Professor. Wohlhabende Familien ließen ihre Kinder von griechischen Lehrern unterrichten, denn die griechische Kultur war hoch angesehen und Griechisch eine Weltsprache.

DIE RECHTE DES VATERS
In Zeiten der Republik war der "Pater Familias" der absolute Herrscher, dem der ganze Besitz der Familie gehörte. Er hatte über Frau und Kinder die selbe Macht wie ein Herr über seine Sklaven.

Er konnte ein Kind, dass ihm seine Frau gebar ablehnen und aussetzen. Er hatte sogar das Recht seine Söhne und Töchter als Sklaven zu verkaufen. Auch wenn ein Mann nicht mehr die Toga eines Jungen und die Bulla (ein Amulett, das von den Jungen bis zur Mündigkeit getragen wurde) trug, blieb er dem Vater in allen Dingen untergeordnet. Erst wenn der Vater starb erhielt er seine Rechte.

REICH UND ARM
Rom war ein schöner Platz zum Aufwachsen für die Kinder wohlhabender Menschen, denn sie besaßen Sklaven, die den Kindern jeden nur erdenklichen Wunsch von den Lippen ab lasen. Für die Kinder der Armen bestand das Leben nur aus endloser Schufterei.



Familienleben.

ALLGEMEIN
Den Römer war nichts so wichtig wie die Familie. Selbst in der Kaiserzeit hatten Vater und Staat nicht die absolute Macht über Frau und Kinder. Die Römer verehrten ihre Vorfahren und legten großen Wert auf die Fortführung ihres Familiennamens durch erfolgreiche Söhne. Zuhause , sei es in der engen Mietswohnung oder in der stattlichen Villa , war die wichtigste Andachtsstätte der Familie. Für die Kinder wohlhabender Familien war es gleichzeitig die Schule, und für alle Bürger war es Zuflucht vor der Aussenwelt.

HAUSGOTTHEITEN
Obwohl die Römer viele öffentliche religiöse Feste feierten, wurden die wichtigsten Riten zu Ehren der Göttin des häuslichen Herds, Vesta, und zu Ehren der Götter des Hauses und Heimes sowie der Vorfahren zu Hause vollzogen. Die Römer glaubten, dass ihr Haus von einem Gott in Gestalt einer Schlange beschützt wurde. Täglich brachte man am Familienaltar Wein- oder Nahrungsopfer dar, um Götter wie die "Laren", die Geister der Vorfahren, den Genius und die Juno, die den Vater und die Mutter schützten, zu ehren.

ZUHAUSE BEI DEN RÖMERN
Der typische Tag der Römer begann bei Sonnenaufgang. Die Kinder liefen zur Schule und der Vater verließ, wenn er das Glück hatte Arbeit zu haben, das Haus. Viele Frauen verbrachten den Tag mit Wasserholen, Nähen und Kochen. Bei Sonnenuntergang war das Tagewerk im Allgemeinen beendet. Die Römer hatten zwar Kerzen und Öllampen, die jedoch teuer und gefährlich waren.

HAUSTIERE
Rom war eine gefährliche Stadt voller Diebe. Manche Leute hielten sich Wachhunde, die sie vor ihrer Haustür anketteten. Auf dem Land schätzten die Reichen eine Meute guter Jagdhunde und viele römische Damen besaßen kleine Schoßhündchen. Katzen wurden nicht als Haustiere gehalten, waren aber sehr praktisch, da die Vorräte an Getreide Mäuse und Ratten anzogen. Die Hunde trugen Bronzemarken auf denen stand, wie sie zum Besitzer zurückgebracht werden konnten.

HEIRAT
Viele römische Väter arrangierten aus politischen oder finanziellen Gründen die Ehen ihrer Kinder. Obwohl Ehen sehr wichtig waren, wurde meist nur eine einfache Zeremonie abgehalten. Die Braut trug ein spezielles Kleid, einen roten Hut und rote Schuhe. Nachdem den Göttern Opfer dargebracht worden waren, reichte Braut und Bräutigam sich die Hände und gelobten einander die Treue. Dann begab sich die Braut in einer Prozession zum Haus des Angetrauten. Von diesem Zeitpunkt an hatte der Ehemann Macht über seine Frau. Der Mann trug schon damals seine Frau über die Schwelle seines Hauses, weil man glaubte, wenn die Braut selbst das Haus betrat und stolperte, die Ehe unglücklich werden würde.



Die Bäder.

ALLGEMEIN
Die Bäder gehörten zu den größten Geschenken der Kaiser an das römische Volk. Selbst die Unterschichten liebten den Besuch der Bäder, um ihren überfüllten und muffigen Wohnstätten zu entkommen. Bäder waren wichtige Orte für gesellschaftliche und politische Transaktionen. Um ihren Reichtum und Macht zur Schau zu stellen, bauten Kaiser wie Caracalla großartige Bäder (Caracalla Thermen) in denen mehr als 1000 Menschen Platz fanden. Über das ganze Reich verteilt wurden Bäder errichtet und brachten so römische Kultur und Bequemlichkeit in die Provinzen.

PRIVATE BÄDER
In größeren Städten trugen reiche Römer ihren Reichtum mit luxuriösen Bädern in ihren Häusern zur Schau. Farbenprächtige Mosaike, Wandmalereien und Statuen zeugen von dieser einstigen Pracht. Die Oberschicht genoß es, nicht mehr die überfüllten öffentlichen Bäder besuchen zu müssen, in denen gepfiffen, gesungen und gestritten wurde. Darüber hinaus war man daheim vor Diebstählen sicher. Selbst die kunstvollsten privaten Bäder sahen gegen die der Kaiser wie kleine Badewannen aus. Die Bäder auf Hadrians Landgut erstreckten sich über ca. 10000 m².

HEILBÄDER
Ein Besuch der Bäder dauerte Stunden. Man begann mit dem gemütlichen Tepidarium(lauwarmes Bad) und begab sich dann in das Caldarium(heißes Bad). Wurde man von Krankheiten geplagt besuchte man das Laconicum ( Raum mit trockener Hitze ). Hatte man ordentlich geschwitzt war es Zeit für das Frigidarium( Kaltwasserbecken). Danach konnte man in die Bibliothek gehen um zu lesen, sich körperlichzu ertüchtigen oder eine Kleinigkeit zu essen. Wer es sich leisten konnte ging zum Frisör, Masseur oder zur Schönheitsbehandlung. Um die Bäder warm zu halten bedienten sich die Römer einer Hypokaustenanlage(Fußbodenheizung). Die Räume wurden auf Säulen errichtet und heiße Luft von einem Feuer zirkulierte unterhalb des Bodens. Der Boden wurde so heiß, dass die Besucher zum Schutz Sandalen tragen mussten.Damals gab es auch noch keine Seife. Die Menschen rieben sich mit Olivenöl ein das sie anschließend abschabten.

SPIELE
Das Glücksspiel war in Rom illegal - außer während der Saturnalien(Fest am 17. Dezember für den Gott Saturn). Das hielt jedoch niemanden davon ab, in den Bädern um Geld zu spielen. Die Besucher würfelten und spielten alle Arten des Brettspiels. Vielleicht hatten die Menschen keine Angst erwischt zu werden , weil Kaiser wie Claudius selbst Anhänger des Glücksspiels waren - er schrieb sogar ein Buch über das Glücksspiel.




Die Schrift.

ALLGEMEIN
Die Römer glaubten wahrscheinlich nicht, dass ein Stift spitzer sein kann als ein Schwert. Einfallsreiche, witzige Dichter und Theaterautoren waren aber fast genauso beliebt wie Wagenlenker und Gladiatoren. Im späten Kaiserreich gab es in Rom allein 28 Büchereien. Trotzdem war die geschriebene Sprache eine Sache der reichen Oberschicht - denn sie waren die einzigen Römer die das Lesen und das Schreiben lernten.

TINTE
Die Römer hatten keine Tinte auf Öl-Basis. Also mischten sie feinen Ruß mit Wasser, Saft und Farbstoff. Sie schrieben sogar mit der Tinte des Tintenfischs. Die reichen Römer hatten meistens Tintenfässer aus Bronze, die mit Gold oder Silber verziert waren. Es wurden aber auch schon Fässer aus Glas hergestellt. Geschrieben wurde mit Schilfrohr oder einem Metallstift, der in die Tinte getaucht wurde. Papier und Tinte waren sehr teuer. Deshalb schrieben Studenten und andere Leute häufig auf Holztafeln, die mit Bienenwachs überzogen waren. Später konnten sie die Notiz mit einem Holz- oder Metallstückchen verwischen und hatten so wieder eine Schreibunterlage. Ein Detail am Rande: Die Römer kritzelten auch schon Liebesgedichte und politische Slogans an die Hauswände.

GELD ERZÄHLT GESCHICHTEN
Die Römer hatten keine Zeitungen. Da die meisten nicht lesen konnten hätten sie auch keine weite Verbreitung erreicht. Deshalb brachten Kaiser Münzen heraus, die große militärische Siege oder neue Vergünstigungen für das Volk verkündeten. Das Bild des Kaisers sollte zeigen wer die Ruhmestat vollbracht hatte. Ein Symbol an der Rückseite zeigte das Ereignis. Auf den Münzen waren auch Slogans zu lesen wie "Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit". Damit sollte das Image des Kaisers verbessert werden. Heute verändern sich die Münzen nur selten. Im alten Rom ließen die Kaiser viele verschiedene Münzen prägen. Selbst ein unbedeutender Kaiser wie Antonius Pius ließ mehr als 150 verschiedene Münzmotive im Jahr prägen.


FEDER UND PAPIER
Wie die Ägypter verwendeten auch die Römer Papyrus als "Papier". Dieser antike Papiertyp wurde aus Stengeln der Papyrusstaude(Schilfrohr) hergestellt, die in Streifen geschnitten, übereinandergelegt und festgehämmert wurden. Das Papier war fest und haltbar. Für wichtige Dokumente verwendeten die Römer jedoch Pergament(dünne Blätter aus Ziegen oder Lammhaut). In der Kaiserzeit begannen die Römer Papyrus, Pergament und Wachstafeln wie Seiten eines Buches aneinander zu binden. Ein solches Dokument nannten sie Kodex. Er konnte viel einfacher gelesen werden als eine Schriftrolle. Da die Römer noch keine Bücher drucken konnten, wurden die Bücher meist von griechischen Sklaven vervielfältigt.

DAS VERMÄCHTNIS DES LATEINISCHEN
Vielleicht denken Sie dass Latein eine tote Sprache sei, aber dem ist nicht so. Es werden immer noch lateinische Zahlen verwendet . In Justiz, Medizin und in der katholischen Kirche ist Latein noch immer aktuell. Viele Begriffe in der deutschen Sprache sind von lateinischen Wörtern abgeleitet. Alle Latein- Sprachen sind mit Lateinkenntnissen leichter erlernbar wie zum beispiel französisch, spanisch, Italienisch.... . Die Buchstaben, die wir kennen wurden schon von den Römern verwendet. Für Wissenschaftler ist es eine Selbstverständlichkeit , Latein zu verstehen.




Die Frauen Roms.

ALLGEMEIN
Frauen hatten nach dem römischen Gesetz nur wenige Rechte, aber sie waren eine gesellschaftliche Größe. Frauen von Kaisern und einflußreichen Senatoren verhalfen Männern zur Macht und entmachteten andere. Diese Intrigen und Ränke spielten sich natürlich hinter den Kulissen ab. In der Öffentlichkeit versuchten die römischen Frauen, die Ideale Würde und Schönheit zu verkörpern.

HEIRAT UND KINDER
Eine römische Hochzeit war Grund zum Feiern, fand aber meistens nicht aus Liebe statt. Politische und gesellschaftliche Hintergründe spielten häufig eine grössere Rolle. Die Frauen hatten, wenn überhaupt, nur wenig Mitspracherecht bei der Wahl des Gatten. Für die Römer war ein Mädchen bereits mit 12 Jahren im heiratsfähigen Alter. Viele der jungen Bräute waren selbst noch Kinder und trugen noch die Bulla, das Amulett der Jugend. Eine behinderte oder unfruchtbare Frau galt als Schande für die Familie, denn jede Frau hatte die Pflicht für den römischen Staat Kinder zu gebären.

FRAUEN BEI DER ARBEIT
Die meisten Frauen verbrachten den Tag mit Aufgaben im Haushalt und mit der Erziehung der Kinder. Reiche Damen, die Sklaven hatten, versuchten die Aufgaben an die Sklaven abzugeben. Kaiser Augustus wollte jedoch ein Beispiel setzen und ließ seine Tochter spinnen und weben. Allerdings betrieben Frauen auch eigene Geschäfte. Einige wurden sogar Ärztin, Hebamme oder sogar Gladiatorin. Die Frau durften weder wählen noch ein Regierungsamt ausüben. Zu den wichtigsten Bestandteilen der römischen Religion gehörten die "Vestalischen Jungfrauen". Mädchen zwischen 6 und 10 Jahren wurden für diesen Dienst auserwählt. Sie dienten bis zu 30 Jahre im Tempel der Vesta (Göttin des Herdes) und behüteten dort das heilige Herdfeuer.


KOSMETIKA
Die römischen Frauen versuchten ,ihre Haut möglichst weiß zu halten, denn gebräunte Haut zeigte, dass man draußen arbeiten musste. Um die Haut noch weißer erscheinen zu lassen verwendeten sie Kalkpuder oder weißes Blei. Für Wangen und Lippenrot verwendeten sie Puder aus Ocker, einem rötlichen Mineral. Parfüm war damals, wie auch heute, sehr teuer. Es kam aus Städten wie Pompeij und weit entfernten Ländern, wie China und Indien. Die Römer wußten noch nicht, dass manche Kosmetika, wie Blei hoch giftig war.

MODEBEWUSSTSEIN
Mode und guter Stil war für die Römer ein ernstes Thema. Ein würdiges Aussehen war sehr wichtig. Ein Frau, die eine falsche Stola, also einen falschen Kleidertyp trug, wurde streng kritisiert. Sklavenmädchen waren stundenlang mit der Haarpflege ihrer Herrinnen beschäftigt. Damen der Oberschicht trugen Schmuck aus allen Ecken des Imperiums. Ihre Kleider waren aus chinesischer Seide und indischer Baumwolle.

DER MANN IM HAUS
Den römischen Männern hätte das englische Sprichwort "My home is my castle" sicher gefallen, denn der "Pater familias" war der unumschränkte Herrscher des Hauses. Doch die Frauen von mächtigen Männern oder einfachen Handwerkern hatten sicher erheblichen Einfluss auf die Haushaltsführung. Sie übernahmen die Führung selbst, wenn ihr Mann mit Regierungsangelegenheiten oder in der Armee beschäftigt war.

BERÜHMTE FRAUEN
Der Historiker Tacitus beschuldigt Livia Drusilla, die Gattin des Augustus, ihren Mann vergiftet zu haben. Selbst Caligula nannte sie "Odysseus im Kleid", weil er glaubte, dass sie zu viele Intrigen und Ränke schmiedete. Heute sind sich die Experten nicht sicher, ob diese Beschuldigungen gegen Livia berechtigt waren. Sie halten Livia für eine intelligente und einflußreiche Frau. Sie stieß sicherlich Männer vor den Kopf, die alle Macht für sich haben wollten. Agrippina , die Ältere war für ihren starken Charakter bekannt. Sie wurde mit Germanicus , einem bekannten und erfolgreichen römischen Feldherrn verheiratet. Sie hatte 9 Kinder und begleitete trotzdem ihren Mann auf den Feldzügen.

 

Das römische Straßenbild.

ALLGEMEIN
Städte wie Rom waren voller Menschen, Lärm und geschäftigem Treiben. Tagsüber kauften die Menschen in kleinen Geschäften an den Wohnblocks ein, holten Wasser und besuchten die öffentlichen Bäder. Viele Menschen eilten ins Kolosseum oder zu den neuesten Aufführungen im Theater. In Werkstätten stellten Handwerker Glas, Tonwaren, Schuhe und vieles mehr her. Nachts wagte sich kaum jemand auf die Straße. Dort lauerten Diebe und Schlägertrupps. Nach Einbruch der Dunkelheit rollten die Pferdewagen durch die Straßen, weil sie tagsüber nicht in die Stadt gelassen wurden. Dadurch herrschte ein Lärm wie in den heutigen Großstädten.

WOHNBLOCKS
Die meisten Menschen in der Stadt lebten in hohen Wohnblocks (Insulae). Sie bewohnten meist nur einige Zimmer in denen sie lebten und arbeiteten. Es herrschte ein reges Kommen und Gehen und so hatten die Menschen nur wenig Privatsphäre. Viele Gebäude hatten kein fließendes Wasser und waren meist schlecht gebaut. Sie waren stets von Einsturzgefahr oder Feuer bedroht. Der Müll wurde damals nicht gesammelt und abtransportiert, sondern einfach auf die Straße geworfen.

HANDEL UND VERKAUF
Manche Römer der Oberschicht hielten den Handel als Beruf eines Ehrenmanns für unwürdig . Wenn man durch ihn aber sehr reich , wurde galten diese Vorurteile nicht. Deshalb spielte sich ein Großteil der Geschäfte in kleinen Geschäften ab. Man konnte dort alles kaufen , von Brot bis zur chinesischen Seide , vorausgesetzt man besaß genug Geld.

STEUERN
Die Steuereintreibung war eine umfangreiche Aufgabe. Korruption spielte dabei eine große Rolle. Die Beamten zwangen Menschen mehr zu zahlen, als sie eigentlich mussten, und behielten einen Teil der Steuer für sich zurück.

BÄCKEREIEN
Rom wäre ohne seine Bäckereien verhungert. Da die meisten Menschen keine Küche hatten, kauften sie das Brot (Hauptnahrungsmittel) in den Bäckereien. Hunderte Bäckereien produzierten Brot für die Massen. Es war häufig schwer ,genügend Mehl zu bekommen, da die Bauern der Umgebung den Getreidebedarf nicht annähernd decken konnten. Deshalb musste Rom den größten Teil des Getreides aus Ägypten importieren.

GEFÄSSE
Handwerker kamen aus allen Ecken des Reiches um in Rom zu arbeiten. Es gab sehr viele kleine Geschäfte in denen alle Arten von Gefäßen angeboten wurden. Einige Handwerker kamen aus Provinzen, die zur Herstellung von Gefäßen andere Verfahren verwendeten . So ergab sich eine unendliche Auswahl für den Kunden. Eine dieser neuen Techniken war die Glasbläserei.




Das Theater.

ALLGEMEIN
Das Theater war eine der populärsten Veranstaltungen Roms. Schauspieler spielten allerlei Stücke, von Tragödien bis hin zu Komödien mit hinterhältigen Sklaven und trotteligen alten Männern. Viele römische Autoren schrieben ihre Geschichten von griechischen Autoren ab. Sie versuchten auch, die Besucher mit witzigen und ausgefeilten Reden zu beeindrucken. Manchmal war es schwer die Schauspieler zu verstehen. Die Zuschauer jubelten, diskutierten und buhten während der Vorstellungen.

DER ORT DER AUFFÜHRUNGEN
Wie viele der aufgeführten Stücke basierten auch die römischen Theaterbauten auf griechischem Vorbild. Die Bühne war nach oben offen und hatte eine Rückwand mit Türen und Vorhängen. Die Theater fassten häufig mehrere tausend Menschen, der Eintritt war jedoch frei. Oft warfen die Schauspieler sogar Geschenke, Früchte und Wertmarken in die Menge. Die besten Plätze waren immer für die Oberschicht reserviert. Die Armen mussten in den oberen Reihen sitzen. Viele Theater der Römer und Griechen werden heute noch für spezielle Aufführungen genutzt , z.B.:Carnuntum.

DIE MASKEN
Wie in den Dramen des antiken Griechenlands trugen auch die Schauspieler Roms Masken. So konnte man einfach herausfinden welchen Charakter der Schauspieler verkörperte , Mann oder Frau, Bürger oder Sklave. Obwohl jeder gerne ins Theater ging, war der Beruf des Schauspielers für einen Bürger der Oberschicht nicht akzeptabel. Frauen durften nicht in der 1. Reihe sitzen, weil sie sich sonst in die Schauspieler verlieben konnten. Für Senatoren und deren Familienangehörigen war es ein Verbrechen einen Schauspieler zu heiraten. Als die Gladiatorenspiele immer populärer wurden, ließen sich die Autoren immer spektakulärere Stücke einfallen. Oft wurden auch Menschen dabei getötet. Für die Todesrollen wurden immer Verbrecher oder Sklaven ausgewählt.


SCHAUSPIELER UND AUTOREN
Die Bürger der Oberschicht bewunderten die Schauspieler nicht. Die Dramatiker jedoch achteten sie. Wenn einst ein Schauspieler einen brillanten Satz aus einem Stück von Terenz ( 190-159 v. Chr.) sprach, sprang die Menge auf und applaudierte. Zu den beliebtesten Stücken zählten die Komödien von Terenz und Plautus (254-184v. Chr.). Aber selbst diese konnten ein Theater nicht füllen, wenn zur gleichen Zeit ein Kampf im Kolosseum stattfand. Terenz beklagte sich einmal, weil die Menschen während seinem Stück das Theater verließen, um einen Kampf zu sehen. Schauspieler wurden nicht von allen abgelehnt. Die Wände der Häuser von Pompeji sind übersät mit Liebeserklärungen an Schauspieler. Einige von ihnen sind von einem begeisterten Fanclub unterschieben.




Die Götter.

ALLGEMEIN
Die Römer waren in frühesten Zeiten ein Bauernvolk. Sie hatten einen bild- und tempellosen Kult. Ihre Götter waren vor allem Schutzgötter des Hauses und der Felder. Ihre Haustür schützte der doppelköpfige Janus. Consus sorgte für eine gute Ernte, Flora schützte Blüten und Blumen, Silvanus die Wälder, Pales die Herden und Weiden, Pan die Hirten.
Die Nymphen, jugendliche schöne Frauen, bewohnten nach Vorstellung der Römer, Bäume, Berge, und Gewässer.

Von den Griechen übernahmen sie folgende Götter:

Iuppiter (Zeus): Der Vater der Götter und Menschen
Iuno (Hera): Gattin des Juppiters, Hüterin der Ehe, Geburtsgöttin
Minerva (Athene): Göttin des Handwerks und der Künste
Venus (Aphrodite): Göttin der Liebe und des Gedeihens der Natur
Vesta (Hestia): Göttin des Herdfeuers im privaten Bereich wie am Staatsherd
Diana (Artemis): Schützerin des weiblichen Lebens, Göttin der Jagd
Mars (Ares): Ursprünglich Symbol für Kraft der Natur, Kriegsgott
Merkur (Hermes): Gott des Handels und der Wege, Gott der Diebe
Neptun (Poseidon): Gott der Gewässer
Ceres (Demeter): Göttin des Ackerbaues und der Fruchtbarkeit
Proserpina(Persephone): Tochter der Ceres, Göttin der Unterwelt
Pluto(Hades): Gott der Unterwelt
Phöbus(Apoll): Gott der Sangeskunst, des Lichtes und der Weisagung
Vulkan (Hephaistos); Gott des Feuers und der Schmiedekunst


Die Staatsreligion schrieb die offizielle Verehrung der Götterdreiheit Jupiter(als Schützer des Reiches), Juno und Minerva vor, der ein auf dem Kapitol(Kapitol - einer der 7 Hügel Roms) geweiht war. Während der staatliche Kult der Vesta auf Rom beschränkt blieb, verbreitete sich die Verehrung der kapitolinischen Trias(Götterdreiheit) über alle Städte des Imperiums.
In der Kaiserzeit war die Teilnahme an den Opfern der Staatsreligion vor allem Ausdruck der Gesinnungstreue (Loyalität) gegenüber dem Kaiserhaus. Der Mann von der Straße hatte zu den Göttern des Staatskultes wenig religiöse Bindung. Der Gastwirt, der Fischhändler und der Handwerker verehrten Merkur, den Gott des Handels und der Handelswege, weil sie sich von ihm Gewinn versprachen. Wer etwa einen der Alpenpässe überquerte, brachte Herkules ( Herakles), dem Gott der Wanderer, der Wege und Kreuzwege, ein Opfer dar. Der italische Bauer und der Hirte verehrten Faunus, den Gott, der die Wölfe von ihren Herden abwehrte. Im bäuerlichen Pannonien erhielt Silvanus, der Gott der Wälder, Opfer und Altare (im Christentum Sylvester). Viele aber hielten sich an Zauberriten und vertrauten sich Wahrsagern an.

TIEROPFER
Ein Tieropfer war der wichtigste Teil vieler religiöser Zeremonien in Rom. Unterlief den Priestern auch nur der kleinste Fehler beim Ritual, fürchteten die Menschen, dass die Götter das Opfer zurückweisen würden. Nach sorgfältigen Vorbereitungen zeigten die Priester, dass sie bereit waren. Dann kamen die Menschen mit Hühnern, Schafen, Stieren und Ziegen, die dann am Altar geschlachtet wurden.

TEMPEL
Über das Pantheon spannt sich eine der größten Kuppeln, die je gebaut wurden. Römische Beamten versammelten sich dort zur Verehrung der Götter. Manchmal benutzten sie die Tempel als Banken und bewahrten dort die Schätze des Reiches auf. Zeremonien in den Tempeln wurden nicht nur für die Götter abgehalten. Kaiser und Senatoren hielten die Prozessionen und groß angelegte Opfer für gute Maßnahmen, die Ordnung im Staat aufrecht zu erhalten und die Menschen an ihre Treue dem Staat gegenüber zu erinnern.

TAUSCHHANDEL MIT DEN GÖTTERN
Alle ,selbst die Kaiser, versuchten die Götter mit Opfern gnädig zu stimmen. An hohen Festtagen ging der Kaiser mit den Priestern und hohen Beamten in die Tempel. Zum Dank an die Götter für den Sieg über die Mörder von Gaius Iulius Caesar, baute Augustus einen brachtvollen Tempel für Mars. Er gab Mars sogar einen neuen Titel -"ultor - der Rächer". Opfer in den Tempeln sollten nicht nur die Götter ehren.
Wenn jemand einem Gott ein Geschenk darbrachte, war der Gott zu einer positiven Gegenleistung verpflichtet. Wenn diese Gegenleistung nicht eintraf, suchte man sich einen anderen Gott. Um Rache zu üben, schrieben die Römer Verfluchungen auf Tafeln und deponierten sie in den Tempeln. Ein Fan von Wagenrennen hinterließ zum Beispiel folgenden Fluch: "Ich bitte darum, die Pferde des weißen und grünen Teams unter Folter zu töten und ihre Fahrer Clarus, Felix, Primulus und Romanus vollständig zu vernichten.

ASTROLOGIE IM ALTERTUM
Kaiser erließen häufig Befehle, in denen sie dem Volk die Befragung von Astrologen, untersagten. Astrologen sagten Zukünftiges mit Hilfe der Planeten voraus. Aber viele mißtrauische und abergläubische Kaiser hatten selbst Hofastrologen, die sie vor Verrätern warnten und bei Entscheidungen beraten sollten.
Die Römer kannten neben Mond und Sonne noch 5 weitere Planeten: Merkur, Venus, Mars, Saturn und Jupiter.

ANDERE GOTTHEITEN:

Mithras
Mithras wurde hauptsächlich von Soldaten angebetet. Sie beteten ihn in Höhlen an, weil er in einer Höhle geboren wurde, und opferten ihm Stiere. Sie badeten nach dem Opfer im Blut der Stiere. Er war der Gott des Lichtes und der Wahrheit. Man glaubte das er einen Stier tötete und mit dem Blut des Stieres dem Universum leben einhauchte. Mithras besiegte den Tod und konnte ewiges Leben schenken.

Kybele
Zu den wildesten Kulten gehörte der ,der Erdgöttin Kybele. Die Römer glaubten das sie Krankheiten heilen könne und gute Ernte bringen. In den Opferzerimonien gerieten die Menschen in Trance und badeten im Blut von Schafen und Stieren. Manchmal verstümmelten sie sich selbst.

 

Christen und Juden.

Die Christen und Juden wurden verfolgt und getötet, weil sie sich den vorgeschriebenen Regeln der Götter und Kaiser widersetzten. Sie opferten nicht den jeweiligen Staatsgöttern und wurden, nach römischem Gesetz, mit dem Tod bestraft. 313 nach Christus wurde das Christentum Staatsreligion.

 

Heilmethoden.

ALLGEMEIN
Wie alle Völker der Antike glaubten auch die Römer, das Flüche, zornige Götter und böse Geister Krankheiten verursachten. Obwohl sie Ärzte hatten wandten sich die Römer im allgemeinen an Heilgötter, wie Äskulap. Nur die Reichen konnten sich die Behandlung durch gelehrte griechische Ärzte leisten, die man nach Rom gebracht hatte. Geschickte Militärärzte versorgten in der Schlacht die Verwundeten, jedoch nicht die normalen Bürger. Angesichts der von den Ärzten angewandten Heilmittel taten die Menschen wirklich gut daran, auf die Götter zu vertrauen!

WIRKSAME HEILPFLANZEN
Viele römische Heilmittel wurden aus Pflanzen gewonnen. Schriftsteller wie Plinius der Ältere hatten hunderte Heilpflanzen zur Vorbeugung oder zur Heilung beschrieben. Die Ärzte stellten Salben und Medikamente aus Salbei, Rosmarin, Fenchel und vielen anderen Pflanzen her, die wir heute hauptsächlich zum Kochen verwenden - sogar Kohl. Die römischen Soldaten nahmen täglich eine Knoblauchration ein, um gesund zu bleiben - wie es heute viele Menschen aus dem selben Grund tun.

CHIRURGISCHE INSTRUMENTE
Römische Chirurgen besaßen genau wie heutige Ärzte Instrumente aller Art. Ihre Skalpelle, Messer, Sonden, Pinzetten und Sägen unterscheiden sich kaum von den elementaren medizinischen Instrumenten der heutigen Zeit. Aber die Ärzte stocherten und schnitten fast ohne schmerzstillende Mittel. Sie hatten auch keine Medikamente zur Behandlung von Infektionen. Die Operationen müssen eine schmerzhafte Tortur gewesen sein. Die Militärärzte boten wahrscheinlich die beste medizinische Versorgung Roms. Sie entfernten Pfeilspitzen, versorgten tiefe Hieb- und Stichwunden und amputierten zerquetschte Arme und Beine.

DER HEILGOTT
Die meisten Ärzte der Römer und auch deren Heilgott, Äskulap, stammten aus Griechenland. Die Römer glaubten, dass Äskulap jeden heilte der in seinem Tempel schlief und von seiner Heilung träumte.
Nach einer Pestepedemie 293 v. Chr. bauten die Römer einen Tempel für Äskulap auf einer Insel im Tiber, von den Römern "Insula Tiberna" genannt. Der Überlieferung nach wurde die Insel von einer Schlange, einem aus Griechenland stammenden heiligen Tier Äskulaps als Standort für den Tempel ausgewählt. Er wurde später zu einem der ersten öffentlich Krankenhäuser.

AMULETTE UND MAGISCHE ANHÄNGER
Um sicherzustellen, dass ihre Gebete erhört wurden, brachten die Menschen Opfer zu den Tempeln des Äskulap. Diese Gaben, die meist die Form des kranken Körperteils hatten, sollten den Gott daran erinnern, den jeweiligen Körperteil zu heilen. Ebenso wie die Ägypter und Griechen hatten die Römer Amulette, magische Anhänger und Ringe, um den Götter zu gefallen und Gefahren abzuwenden. Diese Tradition wird auch heute noch von vielen Kulturen gepflegt. Die römischen Kinder trugen die sogenannte "Bulla". Sie sollte sie vor Krankheiten und Gefahr schützen. Die Buben trugen den meist herz- oder kugelförmigen Anhänger bis zum 14 Lebensjahr, die Mädchen bis zur Heirat(12<).

EIN ARZTBESUCH
Lange Zeit gab es in Rom keine Ärzte. Um das Jahr 100 v. Chr. begannen wohlhabende Römer griechische Ärzte ins Land zu holen. Neben männlichen Ärzten gab es in Rom auch weibliche Ärzte und Hebammen. Sie verwendeten Kräuter, Wein, Pflanzensaft und aus Tieren gewonnene Substanzen, um Infektionen der Augen, Schlangenbisse, Hautprobleme und viele andere Erkrankungen zu behandeln. Heute weiß allerdings niemand, wie oft Menschen wirklich geheilt wurden. Plinius der Ältere schrieb: "Der Arzt ist der einzige Mensch, der eine Genehmigung zum Töten hat.". Die römischen Ärzte stellten sogar Zahnprothesen her. Sie befestigten wahrscheinlich echt Zähne an einem Metallrahmen, der dann in den Mund eingesetzt wurde.




Tod und Begräbnis.

ALLGEMEIN
Die Römer hatten, nach heutiger Betrachtung, keine hohe Lebenserwartung. Grabbeigaben und andere Funde belegen,
dass viele Römer nicht einmal 50 Jahre alt wurden. Viele Frauen starben bei der Geburt eines Kindes. Von den Neugeborenen überlebten ca. 2 Drittel.

PLATZ FÜR DIE TOTEN
Die Römer haben ihre Toten zwar verehrt, sie wollten sie aber nicht in ihrer Nähe haben. Das Gesetz forderte eine Beisetzung außerhalb der Stadtmauern. Daher bauten reiche Römer ihre Gräber entlang viel befahrener Straßen. Einige Gräber waren ganz einfache Grabstellen im Boden. Reiche Römer wurden aber in kunstvollen Steinsärgen bestattet, die Sarkophage genannt werden. Wenn der Leichnam verbrannt wurde, füllte man die Asche in eine Urne aus Glas, Marmor oder Ton. Die Urne wurde dann in einem "Kolumbarium" aufbewahrt, einer Grabkammer mit Wandnischen für Urnen.

BESTATTUNGSRITEN
Die Römer versuchten nicht ihre Toten zu konservieren. Im Gegenteil häufig äscherten sie den Leichnam ein und bewahrten die Asche in einer Urne auf. Die Bestattung einer bedeutenden Persönlichkeit konnte jedoch zu einem Spektakel werden. Nach Reden auf dem Forum führte die Familie eine lange Prozession an. Berufmäßige Klageweiber, eine Kapelle und Leute, die Wachsmasken der berühmten Vorfahren des Toten trugen, begleiteten die Leiche zum Friedhof. Die Römer verbrannten die Leichen auf einem Scheiterhaufen. Mit verbrannt wurden häufig Dinge, die dem Toten im Jenseits nützen könnten.

GRABHÖHLEN
Unweit von Rom bestatteten die Christen einst ihre Toten, in einem Gewirr von unterirdischen Gängen, den Katakomben. In ihren Augen war die Einäscherung nicht richtig, deshalb gruben die Stollen, um dort ihre Toten zu bestatten. Die Toten lagen in Wandnischen die mit Stein- oder Tonplatten versiegelt wurden. Obwohl viele Päpste und Heilige einst in den Katakomben begraben wurden, hat die christliche Kirche sie später umgebettet. Das Netz der Katakomben in Rom ist etwa 500 km lang. Die manchmal mit wunderschönen Wandmalereien geschmückten Grabstätten wurden ca. 400 Jahre lang genutzt.

DIE SUCHE NACH DEM JENSEITS
Wie in den Sagen der Griechen berichtet, glaubten auch die Römer, dass die Seele des Verstorbenen den schwarzen Fluß Styx überqueren musste, um in die Unterwelt zu gelangen. Den Hades(Reich der Toten) konnte man nur erreichen, indem von Charon, dem Fährmann der Toten über den Styx, über den Fluss befördert wurde. Als Entgelt für Charon, legten die Menschen den Toten eine Münze in den Mund.




Musik und Instrumente.

ALLGEMEIN
Musik war ein wesentlicher Bestandteil der römischen Feste, Abendgesellschaften, Theateraufführungen und Spiele im Kolosseum. Die Musiker spielten Hörner und Flöten und schlugen Zimbeln. Bei manchen religiösen Zeremonien schüttelten Priesterinnen Sistren (Schellen) und sangen. Die römische Oberschicht hielt Musiker jedoch für unehrenhaft. Tanzen war für einen Ehrenmann würdelos, überhaupt, wenn er eine Toga trug. Wollten die Römer etwas als lächerlich bezeichnen, sagten sie, es sei so wie "tanzen in einer Toga".

MUSIKINSTRUMENTE
Viele römische Musikinstrumente glichen denen, die Jahrhunderte zuvor in anderen Länder verwendet wurden. Lyren, die gitarrenähliche Kithara, Flöten und Sistren kamen aus Griechenland, Ägypten und anderen Mittelmeerländern. Doppelflöten die sich sehr großer Beliebtheit erfreuten, obwohl sie sehr schwer zu spielen waren, kamen ebenfalls aus Griechenland. Römische Soldaten spielten oft ein gebogenes Horn, Cornu genannt, und verwendeten eine Art Trompete zum Ruf zu den Waffen. Trommeln waren bei den Römern nicht sehr beliebt, sie bevorzugten Tambourine und Zimbeln.

MUSIKALISCHE GÖTTER
Die Römer glaubten, dass Götter wie Apollo die Musik zu den Menschen gebracht hätten. Kaiser Augustus verehrte den Lyraspielenden der griechischen Mythologie. Pan, der griechische Gott der Hirten, gehörte auch zu den römischen Lieblingen. Er spielte auf einfachen hölzernen Panflöten, die noch heute sehr beliebt sind. Jeder kennt sicher den römischen Gottkaiser Nero, der Rom anzünden ließ, um eine Kulisse für seinen Vortrag des Liedes vom Brand Trojas zu haben.





Handwerk und Technologie.

ALLGEMEIN
Vom kleinsten Haushaltsgegenstand bis zum größten Monument , die römischen Ingenieure legten erstaunliche Fähigkeiten an den Tag.  Sie formten wunderschöne Gebilde aus Glas, die sowohl praktisch als auch preiswert waren.  Römische Waffen, die zu den tödlichsten der Antike zählten, zeugten von den Fertigkeiten, die man überall im Reich gelernt hatte. Sogar griechischen Vorbildern nachempfundene Tempel und Monumente nahmen durch die Entwicklung des Bogen,  neue Formen dank des Mörtels und der Fachkenntnis römischer Ingenieure.

DIE PAPIERHERSTELLUNG
Die Römer glaubten, sie wären modern ausgestattet, mit Bogen, Mörtel und Glas.  Als "Papier" verwendeten sie aber Papyrus, ein Material das so alt war, wie die Pharaonen  Ägyptens. Der Großteil des Papyrus wurde aus  Ägypten importiert.  Dort verarbeiteten Handwerker  mit  bewährten Techniken  die Stengel des Papyrusschilfs zu dünnen Papierstreifen.  Diese Streifen wurden dann übereinandergelegt und fest gehämmert. Die dadurch entstanden Blätter wurden dann zu Schriftrollen weiter verarbeitet. Diese Schriftrollen waren Jahrhunderte lang die einzigen Bücher des Reiches. Erst im 4. Jhdt. n. Chr. wurde der "Kodex" erfunden.  Er bestand aus mehreren Blättern die zwischen zwei Deckeln gebunden wurden.

GLASWAREN
Nur Reiche konnten sich  Glaswaren leisten, die von Handwerkern langsam und behutsam mit Hilfe von Gussformen hergestellt  wurden.  Später lernten die Römer  Glas in komplexe Formen zu blasen. Nun ließen sich Schalen, Vasen und andere Gefäße schnell und preiswert herstellen  und schon bald waren Glaswaren genauso verbreitet wie Töpferwaren. Diese Handwerkskunst wird sogar noch heute gepflegt. Venedig ist berühmt für seine Glaswaren.

HILFEN IM HAUSHALT
Die praktisch denkenden Römer schufen viel mehr als nur Tempel und Monumente. Rom hatte hunderte Mühlen und Bäckereien, um die ständig wachsende Bevölkerung zu versorgen . Überreste aus Pompeij zeigen eine typische römische Backstube mit runden Mahlsteinen zum Mahlen des Getreides und einen großen Ziegelofen zum Backen des Brots.  Als die Archäologen die Bäckerei freilegten, fanden sie mehr über  80 Brotlaibe im Ofen.

RÖMISCHE  INSTALLATEURE
Die Römer bauten eines der größten und modernsten Wasserversorgungssysteme der Antike. Aquädukte leiteten das Wasser durch das ganze Land in die öffentlichen Bäder, Brunnen, und Toiletten Roms und vieler anderer Städte. Ein römischer Beamten prahlte einst damit, dass die römischen Aquädukte im Gegensatz zu den " überflüssigen Pyramiden" der Ägypter und den " nutzlosen Bauten " der Griechen unentbehrlich seien. Und tatsächlich wurde das römische Wasserleitungssystem erst im 19 Jhdt. verbessert. Die Römer bauten sogar Wasserpumpen. Kolben und Ventile in Bleirohren pumpten das Wasser hoch in Tanks, bevor es in die Wohnungen und Brunnen der Reichen weitergeleitet wurde.

UNVERGESSLICHE MONUMENTE
Das Kolosseum und das Pantheon hätten im alten Griechenland und Ägypten nicht erbaut werden können, weil es den jeweiligen Völkern noch nicht gelungen war, kräftige Bögen und genügend harten Mörtel zu entwickeln.

DER GEWÖLBEBOGEN
Die Römer perfektionierten den Bogen und verbanden ihn mit ihrer eigenen Erfindung, dem Mörtel. Diese Kombination ermöglichte die Verbesserung der Antiken Baumethoden. Nun konnten auch Brücken und Aquädukte über lange und breite Täler gebaut werden. Viele von diesen römischen Bauwerken haben Jahrhunderte lang gehalten. Der Bogen ist zwar sehr tragfähig, aber äußerst schwer zu bauen. Die Römer fertigten zunächst einen Holzrahmen auf Steinsäulen und setzten dann keilförmige Steine zuoberst. Der letzte Block, der Schlußstein, setzte man oben in der Mitte ein.

 

WERTVOLLE METALLE
Roms Bürger waren ebenso reich geschmückt wie ihre Monumente. Das Heer brachte erbeutete Schätze aus fernen Ländern mit.  Sklaven bauten Gold,  Silber und Edelsteine ab, die dann von Kunsthandwerkern zu exquisitem Schmuck  weiterverarbeitet wurden. Einige Ringe und Halsketten dienten nur zur Zierde, während viele Menschen Amulette und Talismane zum Schutz vor Gefahren oder zum Gefallen der Götter trugen. Oft hatte der Schmuck auch einen  praktischen Zweck.  Schöne Verschlüsse sorgten für Halt bei Umhängen, Stolen und ausgefallenen  Haartrachten.




Die römische Küche.

ALLGEMEIN
Heute verbinden wir mit den Römern oft exotische Speisen. Die meisten Menschen lebten jedoch von Brot, Bohnen, Weizenbrei und Gemüse. Einige Speisen die man heute mit Italien in Verbindung bringt ,Paradeiser oder Teigwaren,  gab es in der Antike nicht. Die römische  Küche verwendete jedoch Gewürze und Kräuter, um die Mahlzeiten wohlschmeckender zu machen. Außerdem zeigen die Küchenutensilien, dass ähnlich wie heute,  gekocht wurde. Die meisten römischen  Familien hatten nicht genug Platz, um eine eigene Küche einzurichten. Deswegen kochten sie einfache Mahlzeiten in bronzenen oder eisernen Töpfen über kleinen Feuerstellen, für die sie Holzkohle verwendeten. In den kleinen römischen  Wohnungen war das Kochen so schwierig, dass viele Menschen ihre Speisen zu öffentlichen Backstuben brachten und sie dort gegen eine geringe Gebühr auf den Ofen stellen konnten. In den Villen der reichen Römer gab es jedoch große Küchen. Dort fand man alles,  was man zur Vorbereitung von großen Banketts brauchte.  Für die Römer war keine Speise zu exotisch, im Gegenteil, um ihre Gäste aufs neue zu beeindrucken, ließen gute Gastgeber Tiere und Gewürze aus dem ganzen Reich kommen.

WEIN
Zu den Speisen wurde Wein getrunken. Es gab kaum einen Römer, ob reich oder arm, der keinen Wein trank. Die Römer mischten den Wein wie die Griechen stets mit Wasser. Der römische Schriftsteller Plinius der Ältere stellte einmal fest, dass die Römer mehr als 200 Weinsorten zur Auswahl hatten. Römische Weinkenner bevorzugten 10 - 20 Jahre alte Weine von griechischen Inseln oder bestimmten römischen Weinbergen. Reiche Römer protzten bei Banketten damit, dass sie den Wein mit Schnee oder Eis kühlten, ein kostspieliger Import aus den Bergen. Häufig mischten die Römer Honig mit Wein, weil sie glaubten dieser Aperitif sei gut für die Verdauung.


GARUM
Egal was die Römer kochten, ob Fischleber oder im Ei gebackenes Straußenkücken, Fischsoße gab es zu fast allem. Diese Fischsoße, auch Garum genannt, wurde aus Makrelen und Sardellen mitsamt deren Innereien, Salzwasser und vielen Gewürzen hergestellt. Die Römer kochten Garum, indem sie die Soße in der Sonne verfaulen ließen. Heute läßt sich nur schwer sagen ob die Römer die Soße mochten weil sie die Speisen würziger machte , oder weil sie den schlechten Geschmack von Fleisch und Fisch überdeckte , die nie lange frisch blieben.  Soger römische Soldaten nahmen Garum mit auf ihre Feldzüge .  Archäologen haben kleine Glasgefäße mit Garum über das ganze Reich verteilt ,gefunden.

BROT
Die Römer aßen zu jeder Mahlzeit Brot.  In den Städten mahlten professionelle Bäcker das Korn zu Mehl und backten den Großteil des Brots für das gewöhnliche Volk. Das mahlen von Korn war eine  schwere Arbeit, so dass nur Sklaven und verarmte Bürger, die sonst keine Arbeit  finden konnten, sich in den Backstuben schufteten. In reichen Haushalten mussten die Sklavinnen das Korn mahlen und Brot backen.

 


 

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